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Ratgeber

Stromkreis-Überlastung: Wie Sie Ihre Elektroanlage richtig entlasten

Stromkreis-Überlastung: Wie Sie Ihre Elektroanlage richtig entlasten

Ein überladener Stromkreis ist eine unterschätzte Gefahr in vielen deutschen Haushalten. Wenn zu viele Verbraucher gleichzeitig an einem Stromkreis betrieben werden, kann dies zu Überhitzung, Brandgefahr und Ausfällen führen. In diesem Ratgeber erklären wir, wie Stromkreis-Überlastung entsteht und wie Sie diese sicher vermeiden.

Was ist eine Stromkreis-Überlastung?

Ein Stromkreis ist ein in sich geschlossener Weg, auf dem elektrischer Strom fließt. Jeder Stromkreis in Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus ist mit einem Leitungsschutzschalter (LS-Automat) ausgestattet, der die maximale Stromstärke begrenzt – typischerweise 10, 13, 16 oder 20 Ampere (A). Eine Überlastung tritt auf, wenn die angeschlossenen Geräte zusammen mehr Strom anfordern, als der Schalter zulässt.

Der LS-Automat springt dann aus und unterbricht die Stromversorgung. Das ist kein Fehler – es ist ein wichtiger Schutz! Wenn dieser Schalter immer wieder auslöst, deutet das auf eine chronische Überlastung hin.

Wie entsteht Stromkreis-Überlastung?

Die meisten modernen Haushalte haben mehr Elektrogeräte als noch vor 20 Jahren. Insbesondere ältere Häuser wurden oft mit weniger Stromkreisen ausgestattet als heute nötig sind. Typischerweise entstehen Überlastungen durch:

  • Mehrere große Verbraucher, die gleichzeitig laufen
  • Überalterte Stromkreise, die für heutige Anforderungen nicht ausgelegt sind
  • Falsche Verteilung von Geräten auf zu wenige Kreise
  • Zu lange und zu dünne Stromleitungen
  • Defekte oder lockere Kontakte in Steckdosen und Schaltern

Im Gegensatz zu einer Überlastung ist ein Kurzschluss etwas anderes: dabei berühren sich Stromleiter, die nicht berührt werden sollten, und der Schalter löst sofort aus. Ein Kurzschluss ist immer ein Notfall.

Typische Stromfresser im Haushalt

Nicht alle Geräte verbrauchen gleich viel Strom. Diese Geräte gelten als große Stromzieher und sollten nicht zusammen auf einen Stromkreis geladen werden:

  • Elektroherd und Backofen (oft 3000–5000 Watt)
  • Wäschetrockner (2000–5000 Watt)
  • Waschmaschine (1500–2500 Watt)
  • Geschirrspüler (1500–2400 Watt)
  • Heizgeräte und Heizlüfter (2000–2500 Watt)
  • Klimaanlage oder Wärmepumpe (sehr variabel)
  • Elektrische Durchlauferhitzer (4000–6000 Watt)
  • Dampfreiniger, Bügeleisen (1500–2500 Watt)

Im Gegensatz dazu sind kleine Stromverbraucher wie Lampen (LED: 5–15 Watt), Smartphones-Ladegeräte, Radios oder kleine USB-Geräte meist unproblematisch. Gefährlich wird es aber, wenn viele kleine Geräte zusammen mit einem großen Verbraucher an derselben Steckdose hängen.

Das Mehrfachsteckdosen-Risiko

Mehrfachsteckdosen und Steckdosenleisten sind Alltagshelfer, können aber zum Risiko werden, wenn sie falsch eingesetzt werden. Faustregel:

  • Mehrfachsteckdosen niemals hintereinander (Steckerleiste in Steckerleiste) verwenden
  • An einer Mehrfachsteckdose niemals mehrere große Verbraucher gleichzeitig betreiben
  • Mehrfachsteckdosen nicht permanent für die Stromverteilung nutzen (nicht als Ersatz für zusätzliche Stromkreise)
  • Kabel von Steckerleisten nicht einklemmen oder überlasten
  • Abgenutzte oder beschädigte Mehrfachsteckdosen sofort austauschen

Eine Mehrfachsteckdose hat eine maximale Stromaufnahme (oft 10 oder 16 A). Wenn Sie etwa einen Heizlüfter (2000 W), einen Wasserkocher (2000 W) und eine Espressomaschine (1200 W) gleichzeitig anschließen, übersteigt die Last sofort die zulässige Kapazität.

Stromkreise richtig planen und entlasten

Um Überlastung dauerhaft zu vermeiden, sollte die Last auf mehrere Stromkreise verteilt werden. Ein moderner Haushalt mit ausreichend Sicherheit hat typischerweise:

  • Einen oder mehrere separate Stromkreise für große Verbraucher (Herd, Wäschetrockner)
  • Getrennte Stromkreise für Badezimmer (mit RCD-/FI-Schutz)
  • Mehrere Stromkreise für Wohnbereich und Schlafzimmer (z. B. je 2–3 Kreise)
  • Zusätzliche Stromkreise für Heizung und Warmwasser

Wenn Ihr Haus häufig Stromausfälle hat oder der LS-Automat regelmäßig springt, ist eine Überprüfung der Elektroanlage dringend erforderlich. Ein qualifizierter Elektro-Fachmann kann den Zaehlerschrank prüfen und die Stromkreise sinnvoll neu verteilen.

Praktische Tipps für den Alltag

Mit einigen einfachen Maßnahmen lässt sich Überlastung im Alltag vermeiden:

  • Zeitliche Verteilung: Nicht Wäschetrockner, Backofen und Durchlauferhitzer gleichzeitig betreiben
  • Steckdosen-Audit: Notieren Sie, welche Geräte an welchen Steckdosen hängen
  • Energiesparende Alternativen: Wechsel auf LED-Beleuchtung, moderne Geräte mit besseren Wirkungsgraden
  • Professionelle Beratung: Bei Neubauten oder Renovierungen sollte ein Elektrofachmann die Stromkreise planen

Wenn Sie unsicher sind oder häufig Stromausfälle erleben, empfehlen wir eine fachliche Überprüfung. Wir vermitteln Ihnen schnell einen erfahrenen Elektro-Fachbetrieb, der Ihre Anlage prüft und bei Bedarf nachbessert. Rufen Sie uns an unter 0151 611 342 71 – täglich 24 Stunden für Sie erreichbar.

Wann ist Überlastung ein Notfall?

In diesen Fällen sollten Sie sofort handeln:

  • Stromkreis schaltet andauernd ab (mehrmals täglich)
  • Steckdosen oder Schalter sind warm oder riechen verbrannt
  • Sichtbare Risse, Verfärbungen oder Brandflecken an Steckdosen
  • Funkenbildung oder Knistern beim Ein- oder Ausschalten
  • Rauchentwicklung oder Brandgeruch aus dem Zaehlerschrank

Im Fall von Feuer oder akuter Brandgefahr sofort 112 anrufen. Ansonsten helfen wir Ihnen schnell über unsere Notruf-Hotline weiter.

Akuter Elektro-Notfall?

Warten Sie nicht – rund um die Uhr erreichbar.

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Häufige Fragen

Wie viel Watt kann eine Steckdose verträgen?

Eine Standard-Haushaltssteckdose in Deutschland ist typischerweise für 16 oder 20 Ampere ausgelegt. Das ergibt bei 230 Volt ca. 3680 Watt (16 A) oder 4600 Watt (20 A). Allerdings sollte nicht dauerhaft die Maximalleistung gezogen werden – eine Faustregel ist, etwa 80 % der Nennleistung nicht zu überschreiten.

Warum springt mein Stromkreis immer wieder raus?

Häufige Auslöser sind: zu viele große Verbraucher gleichzeitig, ein Kurzschluss, defekte Geräte oder lockere Kabelverbindungen. Ein wiederholtes Auslösen ist ein Warnsignal – es weist auf ein Problem hin, das ein Elektrofachmann überprüfen sollte. Einfach den Schalter wieder hochdrücken, ohne die Ursache zu finden, ist nicht sicher.

Sind Steckerleisten gefährlich?

Steckerleisten selbst sind nicht grundsätzlich gefährlich, wenn sie richtig eingesetzt werden. Gefährlich wird es, wenn mehrere große Verbraucher daran angeschlossen sind, Leisten hintereinander gestöpselt werden oder die Leisten dauerhaft überbelastet sind. Für dauerhafte Stromverteilung sind zusätzliche Stromkreise die bessere Lösung.

Kann eine Stromkreis-Überlastung zu einem Brand führen?

Ja. Eine chronische Überlastung führt zu Überhitzung in Leitungen und Komponenten. Das kann zur Isolation-Beschädigung führen und letztlich einen Brand auslösen – besonders in älteren Häusern mit veralteter Verkabelung. Ein auslösender LS-Automat schützt davor, aber nur, wenn die Anlage regelkonform ist und regelmäßig geprüft wird.

Wann sollte ich einen Elektrofachmann rufen?

Spätestens wenn der Stromkreis regelmäßig auslöst, Steckdosen warm werden oder verbrannt riechen, oder wenn Sie einen Neubau/Renovierung planen. Auch bei älteren Häusern mit vielen Geräten ist eine Überprüfung sinnvoll. Unsere Vermittlung verbindet Sie schnell mit qualifizierten Fachbetrieben – 0151 611 342 71, 24/7.

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